Maria Guiliana Kaatz – inTeam

Maria Guiliana Kaatz

Junior Center Managerin

 

Hip Hop ist viel mehr als Tanz, Lebensfreude pur und Unbeschwertheit. Hip Hop kann Erziehung sein – Erziehung zu Disziplin, Konzentration, zur Willensstärke! Übertrieben?  „Keineswegs,“ sagt Maria Guiliana Kaatz, Junior Center Managerin, „Hip Hop hat mich definitiv gelehrt, zielstrebig zu werden, diszipliniert und beharrlich zu sein. Die Disziplin, die ich beim Tanzen gelernt habe, hat mir sehr dabei geholfen, meine gesteckten Ziele zu erreichen.“

Wir sprechen mit einer jungen Frau, die seit zwei Jahren zum Team des Stadtzentrum Schenefeld gehört. Wir sprechen mit einer jungen Frau, die schon vieles gelernt, erlebt und geleistet hat, und die noch so viel vor sich hat. 26 ist sie …und sie hat nicht nur Träume, sondern auch klare Ziele.

Der Reihe nach!

Denn das Leben der Maria Guiliana Kaatz ist nicht nur geprägt von der Hip Hop -Kultur, die sich in den Stadtvierteln amerikanischer Großstädte entwickelte, sondern vom systematischen Lernen, vom powervollen Pauken, vom ehrgeizigen Weiterentwickeln, von bestehenden Prüfungen bis hin zum erfolgreichen Master-Studium an der HAWK, der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst im niedersächsischen Holzminden!

In Wilhelmshaven wurde Maria geboren – aufgewachsen ist sie in Hannover, hier hat sie auch ihr Abitur gemacht. Architektur wollte sie studieren, und sie bekam auch einen Studienplatz. Doch bevor sie sich endgültig einschrieb, checkte sie an der HAWK in Holzminden noch einmal ein anderes Fach; Immobilienwirtschaft und -management. „Das lockte mich dann tatsächlich noch mehr als Architektur,“ sagt die junge Frau mit den pfiffigen braunen Augen, „es schien mir einfach noch facettenreicher.“

So begann sie in Holzminden das sechssemestrige Bachelor-Studium. Zum Studium gehörte auch ein Praxissemester – in diesem Fall hieß es London. Hier konnte sie nicht nur ihre englischen Sprachkünste aufbessern, sondern auch den britischen Immobilienmarkt kennenlernen. Im Anschluss absolvierte sie den Master, 4 Semester. Themenbereich: Energieeffizientes und nachhaltiges Bauen. Nun wagte sie erneut den Weg ins Ausland – in diesem Fall hieß das sechs Monate Bali! Bali, diese indonesische Tropeninsel im Indischen Ozean, bedeutet: Endlose, palmengesäumte Strände mit feinstem Sand und glasklarem Wasser, Hotspots für Taucher und Surfer, touristische Hochburgen im Süden, einsame Buchten im Norden, Reisfelder und Vulkane. Maria Guiliana Kaatz erinnert sich: „Das war natürlich eine wunderbare Zeit. Ich habe Bali genossen, die Kultur und das Essen. Ich war zwei-dreimal in der Woche in der Uni und habe gelernt, aber ich bin auch gereist – Vietnam, Kambodscha, Kuala Lumpur, Thailand.“

23 Jahre alt war Maria Kaatz zu jener Zeit, und die Frage ist: Lassen die Eltern ihre Tochter einfach so weit weg von der Heimat?

Maria Kaatz lächelt milde über die Frage, antwortet: „Meine Eltern haben mich nie festgehalten – im Gegenteil. Sie haben mich unterstützt, geschubst, haben mir geraten, ins Ausland zu gehen, die Welt kennenzulernen, Erfahrungen in anderen Kulturen zu sammeln.“

Nach dem Bali-Semester und dem folgenden Abschluss des Master-Studiums dann der nächste Schritt: Der Start ins Berufsleben.

Was macht nun eine Junior Center Managerin

Sie bildet die Schnittstelle zwischen den Mietern und dem Eigentümer des Centers. Sie ist Ansprechpartnerin für die Mieter, sie entwickelt Verträge und achtet darauf, dass sie eingehalten werden. Sie arbeitet im kaufmännischen Bereich, sie unterstützt mit Ideen das Marketing, sie hilft, dass beide Seiten zufrieden sind: der Vermieter und die Mieter – ein täglicher Spagat. „Das Spannende an dieser Aufgabe,“ sagt Maria Kaatz, „ist die Vielseitigkeit. Ich bin viel mit Menschen zusammen, ich löse Probleme, ich mache Menschen auf unser Center aufmerksam. Ich spreche mit Kunden*innen, die gern zu uns kommen, um hier einzukaufen. Tatsächlich ist jeder Tag unterschiedlich, unberechenbar. Man weiß nie, was als nächstes passiert.“

Mit der Center Managerin Mercan Songül Aksu bildet Maria Kaatz ein gutes, kompetentes Team. Die beiden Frauen sitzen in der 2. Etage in einem Zimmer.

Der Tag der Junior Managerin beginnt morgens um neun, doch meist ist sie schon eine Viertelstunde vorher an ihrem Schreibtisch. Dann checkt sie ihre Mails, bereitet sich auf Termine vor – um zehn Uhr startet dann der erste Center-Rundgang. Maria Kaatz geht von Stockwerk zu Stockwerk, von Geschäft zu Geschäft. Sie guckt, ob die Läden pünktlich offen sind, sie prüft, ob alles gereinigt ist, guckt, ob die Technik funktioniert, sie hält mit manchen Mietern und Mieterinnen einen kurzen Morgenschwatz, bespricht Probleme, die gelöst werden müssen, und sie registriert die Kunden-Frequenz. So ein Rundgang über drei Etagen (auch durch das Parkhaus und die Außenbereiche) dauert normalerweise eine gute halbe Stunde, und er wird zwei-dreimal am Tage wiederholt. Zwischendurch Büroarbeit, Papierkram, Telefonate, Meetings im Management-Center. Maria Kaatz lacht, sagt: „Wenn ich abends auf mein Handy schaue, sehe ich, dass ich sechs bis sieben Kilometer im Center unterwegs war…“

Maria Kaatz wohnt in Hamburg mit ihrem Freund, einem Briten, den sie während des Bachelor-Studiums in London kennengelernt hat – nun leben sie zusammen und genießen das Hobby, das uns Menschen während der Pandemie geblieben ist: spazieren gehen … idealerweise am Elbstrand.

Kein Interview-Ende ohne die Frage, warum ausgerechnet Hip Hop Maria Kaatz dahin gebracht hat, wo sie heute steht. Die Antwort: Neun Jahre lang – vom 10. Lebensjahr bis zum Studium-Start in Holzminden, hat die junge Managerin Hip Hop getanzt, regelrecht gelebt. Sie war im Team Norddeutsche Meisterin, Deutsche Meisterin, hat bei Europa- und Weltmeisterschaften teilgenommen. Also Hip Hop auf allerhöchstem Niveau, auf Welt-Klasse-Niveau. „Um das zu schaffen,“ verdeutlicht Maria Kaatz, „musste ich jahrelang hart trainieren. Vor Meisterschaften fünfmal intensives Training in der Woche. Da fließt Schweiß, aber man erreicht sein Ziel eben nur, wenn man alles gibt. Das habe ich beim Hip Hop gelernt und verinnerlicht – und genau das habe ich während meines Studiums gemacht, und jetzt mache ich das in meinem Beruf.“